2010


Der Kölner Weihbischof Dr. Heiner Koch weihte das


23.04.10:
Hospiz erhielt den Segen des Bischofs
Von Walter Schulz, Bergische Landeszeitung

Landrat Rolf Menzel war bei der Einweihung der Hospizerweiterung im Vinzenz-Pallotti-Hospital in Bensberg voll des Lobes. Paul Falks Aktion „Hits fürs Hospiz“ hatte mit einem Benefizkonzert die Realisierung der Erweiterung am VPH eingeläutet.

„Die Hospizarbeit erfordert einen würdigen Rahmen - und den gibt es hier.“ Landrat Rolf Menzel war gestern Vormittag bei der Einweihung der Hospizerweiterung im Vinzenz-Pallotti-Hospital (VPH) in Bensberg voll des Lobes. Schwester Dr. Gerburg E. Vogt SAC vom Vorstand der St. Vinzenz-Pallotti-Stiftung, sagte, es komme in die „Richtung eines Wunders, dass der Hospizgedanke überhaupt durchgesetzt werden konnte“. Dazu habe es ein Vierteljahrhundert bedurft.

130 Quadratmeter mit vier neuen Betten

Als der Kölner Weihbischof Dr. Heiner Koch das um 130 Quadratmeter und vier zusätzliche Plätze erweiterte Hospiz bei einem Festakt mit seinem bischöflichen Segen feierlich einweihte, bedeutete das den vorläufigen Schlussstrich unter eine gelungenen Kooperation. Paul Falks Aktion „Hits fürs Hospiz“ hatte vor knapp drei Jahren mit einem Benefizkonzert die Realisierung der Erweiterung am VPH eingeläutet. 200 000 Euro an Spendengeldern kamen zusammen, auch dank des Fördervereins unter Dr. Martin Andrae. Die Gesamtkosten liegen bei 400 000 Euro.

Das Bensberger Hospiz gilt als einzige medizinische Einrichtung für Schwerstkranke und Sterbende in der Region. Dementsprechend groß ist der Bedarf an Hospizbetten und lang die Warteliste, da es in Bergisch Gladbach und Umgebung einen überdurchschnittlich hohen Anteil an Single-Haushalten gibt, so dass Familie und Großfamilie als mögliche Pflegeinstanz entfallen. Im Zentrum der medizinischen Versorgung im Bensberger Hospiz- und Kompetenzzentrum steht die Schmerztherapie. Eine zugewandte Betreuung durch ein gewachsenes interdisziplinäres Team haupt- und ehrenamtlicher Mitarbeiter soll ergänzend für ein Leben bis zuletzt in Würde sorgen. Die Palliativstation und ihre ebenfalls sieben Betten, der ambulante palliative Pflegedienst, der ambulanten Hospizdienst, der Palliativ-Care-Dienst, die Trauerbegleitung, die Tageshospiz und der Konsiliardienst für Niedergelassene gehören zum Verbundangebot.

VPH-Geschäftsführer Reinhold Sangen-Emden erinnerte daran, dass die ersten drei Betten am 150. Todestag von Vinzenz Pallotti am 22. Januar 2000 eingeweiht worden seien. Jetzt habe man „alles unter einem Dach“.

Und dazu gratulierten auch Architekt Guido Meßthaler und Bergisch Gladbachs Bürgermeister Lutz Urbach.

Die Männer vom Bau leisteten ganze Arbeit:

Der Hospizanbau am Vinzenz-Pallotti-Hospital kurz vor der Einweihung. (Bild: Daub)

15.04.2010
„Hits“ halfen dem Hospiz
Von Walter Schulz, Bergische Landeszeitung

Die Erweiterung der Hospizstation im Vinzenz-Pallotti-Hospital (VPH) ist fertiggestellt und wird nun am 22. April feierlich eingeweiht. Schneller als erwartet, so Paul Falk von der Förderinitiative „Hits fürs Hospiz“, hat der Verein das Projekt in Angriff nehmen können.

Paul Falk findet fast philosophische Worte: „Eigentlich ist dies ein trauriger Ort, doch es gibt hier jetzt einen Grund zur Freude.“

Anlass: Die Erweiterung der Hospizstation im Vinzenz-Pallotti-Hospital (VPH) wurde fertiggestellt und wird nun am 22. April feierlich eingeweiht. Schwerstkranke Krebspatienten, die nicht mehr geheilt werden können, werden hier „mit intensiver Schmerztherapie und liebevoller Betreuung“ auf ihrem letzten Weg begleitet.

Schneller als erwartet, so Paul Falk von der Förderinitiative „Hits fürs Hospiz“, hat der Verein das Projekt in Angriff nehmen können. Die Aktion mit den „Hits“ brachte unter dem Strich rund 180 000 Euro zusammen. Dazu trug auch ein großes Benefizkonzert mit Promi-Bands wie den „Bläck Fööss“ im Sommer 2007 bei. „Wir haben heute unseren sozialen Tag, wir haben heute nur ,solche Auftritte“, schmunzelte Fooss Günter „Bömmel“ Lückerath seinerzeit im Schatten der Schulhofbäume an der Eichelstraße. Die Schirmherrn, Wolfgang Bosbach MdB, Landrat Rolf Menzel und der damalige Bürgermeister Klaus Orth, waren am Mikro voll des Lobes über Idee und Ausführung. Eine gute Gesellschaft zeige sich dadurch, sagte Bosbach, wie sie „mit dem Schwachen umgeht“. Dass Menschen in den letzten Stunden ihres Lebens nicht alleine gelassen würden, sei eine ganz wichtige Aufgabe. Die Fööss und andere spielten ohne Gage für den guten Zweck.

Das Erweiterungsprojekt kostete insgesamt rund 400 000 Euro, Mittel zur Deckung der Lücke steuerte das Hospital aus eigenen Reserven bei. Das Hospiz verfügt nun insgesamt über sieben Plätze. Zusammen mit der Palliativ-Station, dem ambulanten palliativen Pflege- und Hospizdienst, der Trauerbegleitung und der Einbeziehung der niedergelassenen Ärzte wird damit das Verbundangebot für die Rhein-Berger erweitert.

Reinhold Sangen-Emden, Geschäftsführer im VPH, erklärt zur aktuellen Situation: „Wir haben lange Wartelisten, auch für den Palliativ-Care-Dienst für die Betreuung der schwerstkranken Krebspatienten zu Hause.“ Weiterbildungen zum Thema werden derweil für die niedergelassenen Kollegen organisiert, um die ambulante Versorgung zu verbessern.

Auch dieses Programm ist Teil des Aufbaus des Krebserkrankungszentrums am VPH. Nach den Worten Sangen-Emdens gibt es das Angebot für die stationäre und ambulante Palliativ-Behandlung bis zur Begleitung im Hospiz nur selten in Deutschland.

Paul Falk konstatiert derweil: „Wer in zwei Jahren 180 000 Euro an Spenden sammelt, hat ein dringendes Anliegen.“ Er bezieht sich dabei auf seine Schwester, die im Sterben lag und keinen Hospiz-Platz fand. Selbst beim VPH war kein Platz frei. Nach dem Tod seiner Schwester startete Falk die Aktion „Hits fürs Hospiz“ für den Ausbau. Besonders freute er sich über die kreisweite Resonanz auf den Spendenaufruf. Sehr aktiv sei auch die Rheinisch-Bergische Wirtschaftsförderungsgesellschaft (RBW) gewesen. Nach ihrem Aufruf seien rund 20 000 Euro aus der regionalen Wirtschaft auf das Spendenkonto geflossen, so Falk.